Insekten essen?

Insekten essen?

Entomophagie, das Essen von Insekten, berührt viele Aspekte gesunder und verantwortungsbewusster Ernährung: Tradition, Funktionalität und Nachhaltigkeit.

Tradition

Insekten zu essen ist im Grunde nichts Neues. Zumindest nicht für 80 % der Menschen, die Insekten regelmäßig als wertvolle Nährstoffquelle auf ihrem täglichen Speiseplan finden. Nur in der westlichen Welt ist der Gedanke ungewohnt, sechsfüßige Krabbler zu essen. Dort, wo sie zum regelmäßigen Bestandteil des Speiseplans gehören, werden Insekten hingegen aufgrund ihres guten Geschmacks und ihrer herausragenden Nährstoffe geschätzt. In manchen Regionen der Erde erzielen Insekten sogar höhere Preise als Rindfleisch.

Funktion

Insekten sind eine sehr gute Nährstoffquelle. Es sind knapp 2.000 essbare Arten bekannt, die sich insbesondere in der Zusammensetzung aus Protein, Fett und Mikronährstoffen (Vitaminen und Mineralstoffen) unterscheiden. Der SWARM Proteinriegel verwendet Grillen, die sich durch einen hohen Proteingehalt (70% in Trockenmasse) auszeichnen. Dieses Protein ist zudem sehr hochwertig, da es alle neun essentiellen Aminosäuren beinhaltet. Essentielle Aminosäuren sind wichtig für den Aufbau und Erhalt der Muskulatur und können nicht vom Körper selbst gebildet werden.
Grillen beinhalten zudem viel Vitamin B12. Dieses Vitamin kommt natürlicherweise nur in tierischen Lebensmitteln und nicht in Pflanzen vor. Vitamin B12 ist wichtig für die Blut- und Zellbildung, den Energiestoffwechsel sowie die Funktion des Nervensystems.

Nachhaltigkeit 


Bereits heute beziehen die Menschen ein Drittel ihres Proteinbedarfs aus Viehhaltung. In OECD-Ländern bereits zu 50 %. Aber: Die Menschheit wächst. In 2030 werden schätzungsweise 8,5 Mrd. Menschen auf diesem Planeten leben. In 2050 bereits knapp 10 Mrd. Die UN geht davon aus, dass sich die Fleischproduktion verdoppeln muss, um alle Menschen mit Protein versorgen zu können. Die bisherige Makro-Viehhaltung von Säugetieren und Vögeln (Rinder, Schweine, Hühner etc.) gefährdet die Biodiversität, benötigt enorme Ressourcen an Futtermitteln, Land und Wasser und verursacht mehr Treibhausgase als der globale Transportsektor. Dabei macht Viehhaltung bereits 20 % der gesamten Landtiermasse aus und verbraucht 30 % der gesamten eisfreien Landmasse sowie 70 % der Landwirtschaftsfläche. Vieh verursacht zudem bis zu 18 % aller durch den Menschen ausgeschütteten Treibhausgase. Im Landwirtschaftssektor allein macht Viehhaltung ca. 80 % aller Emissionen aus.
Im Gegensatz dazu benötigen Insekten (auch Mikro-Viehhaltung genannt) wesentlich weniger Land und Wasser und verursachen nur einen Bruchteil der Treibhausgase. Dies kommt daher, dass sie wechselwarm sind, so dass sie keine Energie für die Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur verwenden müssen. Somit können sie die aus dem Futter gewonnene Energie in Massewachstum stecken. Rinder, Schweine und Geflügel hingegen sind gleichwarm und müssen einen großen Teil der Futterenergie nutzen, um eine konstante Körpertemperatur aufrechtzuerhalten. Somit benötigen Insekten viel weniger Futter pro Kilogramm Masse. Wir müssen also wesentlich weniger unserer natürlichen Ressourcen verwenden, um alle Menschen mit hochwertigem Protein zu versorgen.

Weitere Infos

DESA (2015): World Population Prospects: The 2015 Revision, Key Findings and Advance Tables. Working Paper No. ESA/P/WP.241. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division.
 
FAO (2006): Livestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options. Food and Agriculture Organization of the United Nations. Rome, 2006.
 
FAO (2013): Edible Insects: Future Prospects for Food and Feed Security. Food and Agriculture Organization of the United Nations. Rome, 2013.