INSEKTEN: HOCHWERTIGES PROTEIN UND VIELE BALLASTSTOFFE

Insekten auf deinem Teller zu sehen, ist kein alltägliche Anblick. In unseren Breiten sind wir eher mit Insekten im Garten als auf dem Mittagstisch aufgewachsen. Daher braucht es für die erste Kostprobe meist etwas an Mut. Mit Sushi war es vor ein paar Jahren nicht viel anders. Rohen Fisch auf Reis und Alge war alles andere als normal. Eins ist sicher: Insekten gelten als ausgezeichnete Nährstoffquelle. Sie enthalten sehr viel Protein sowie wichtige Mikronährstoffe und Ballaststoffe. Doch warum ist die Proteinqualität so hoch und wie wirken Insekten auf unsere Gesundheit?

Proteinqualität: Warum ist sie wichtig?

Klar, Proteine sind ein wichtiger Bestandteil unserer Körperzellen. Da Proteine, sowie ihre Bausteine die Aminosäuren, in unserem Körper ständig benötigt werden, müssen wir sie mit der Nahrung zuführen. Die Proteinqualität eines Lebensmittels ist dabei ein wichtiges Maß für die Bereitstellung der Aminosäuren zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Je mehr körpereigenes Protein aus einem Nahrungsprotein aufgebaut werden kann, desto höher sein Wert und umso besser die Proteinqualität. Dies ist ein Grund dafür, warum besonders Sportler, auf die Qualität der zugeführten Nahrungsproteine achten [14].

Doch wie wird eigentlich die Proteinqualität bestimmt? Ein Parameter, um den Nährwert eines Nahrungsproteins zu ermitteln, ist der Gehalt an essentiellen Aminosäuren. Diese werden im Körper dringend benötigt, können aber selbst nicht aufgebaut werden. Dabei sind die essentiellen Aminosäuren insbesondere für den Aufbau von Muskulatur entscheidend. Je mehr essentielle Aminosäuren ein Nahrungsprotein beinhaltet desto besser. Auch die biologische Wertigkeit (BW) des Proteins und die Proteinverdaulichkeit sind Marker der Proteinqualität.

Die biologische Wertigkeit ist ein wichtiges Maß dafür, wie viel eines Nahrungsproteins tatsächlich in körpereigenes Protein umgewandelt werden kann. Generell sind tierische Proteinquellen, wie Fleisch, Fisch, Insekten, Milch- und Milchprodukte sowie Eier den körpereigenen Proteinen ähnlicher, haben eine höhere biologische Wertigkeit und werden somit auch effizienter im Körper umgesetzt und dort in neue Gewebearten eingebaut [4,6,9,13,14].

Insekten: Alle essentiellen Aminosäuren & hohe biologische Wertigkeit

Im Allgemeinen ist die Proteinqualität, sowie die Verdaulichkeit und Aufnahme, bei tierischen Proteinen am höchsten. Tierische Proteinquellen weisen zwar unterschiedliche Aminosäureprofile (Aminosäuresequenzen) auf. Generell enthalten sie aber alle essentiellen Aminosäuren im ausreichenden Maße. Pflanzliche Lebensmittel fehlen meist ein oder mehrere essentielle Aminosäuren [6,14]. Somit muss bei einer rein pflanzlichen Ernährung darauf geachtet werden, Pflanzen so zu kombinieren, dass alle essentiellen Aminosäuren abgedeckt werden.

Aufgrund ihrer Nährstoffe etablieren sich Insekten zwar langsam aber sicher als nachhaltige tierische Proteinalternative. Insekten liefern natürlich nicht genau denselben Proteinkomplex wie Fleisch, Milch oder Milchprodukte (z.B. Molke). Um eine Dimension zu bekommen: Rind ist auch nicht gleich Rind. Sogar verschiedene Rinderrasse weisen unterschiedliche Aminosäureprofile (Aminogramme) auf. Auch das Geschlecht und die Fütterung spielen hierbei eine Rolle [7,8,9].
So ist es auch bei Insekten. Je nach Art und Fütterung haben sie ihr individuelles Aminogramm, wobei sie als tierische Proteinquelle ebenfalls alle essentiellen Aminosäuren enthalten. Studien zeigen, dass Insekten und insbesondere Grillen (Gryllidae) sich durch ihre hervorragende Proteinqualität auszeichnen. Sie weisen alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge auf und werden deswegen  als vollständige Proteinquelle bezeichnet. Die Menge der enthaltenden Aminosäuren in Grillen stellt mehr als die empfohlenen Aufnahmemengen der FAO / WHO dar [1,3].
Auch die biologischen Wertigkeit kann sich sehen lassen: Sie liegt bei Grillen mit 93% höher als bei dem Milcheiweiß Casein (73%). Ein sehr interessanter Punkt vor allem für Sportler, die eine nachhaltige Alternative zu Casein suchen [1].

Im Vergleich zu anderen Insekten sind Grillen zudem eine ideale Quelle für Methionin. Methionin ist eine essentielle Aminosäure, welche verschiedene Aufgaben in unserem Körper erfüllt. Sie spielt unter anderem eine wichtige Rolle für den Energiestoffwechsel, denn ohne Methionin ist die Bildung von L-Carnitin nicht möglich. L-Carnitin transportiert Fettsäuren zur Energiegewinnung in die Muskelzellen. Es wird aus den beiden essentiellen Aminosäuren Lysin und Methionin gebildet [4,12].

Darmflora: Was versteht man darunter und warum ist sie wichtig?

Unsere Darmflora (auch intestinale Mikrobiota bzw. intestinales Mikrobiom) bezeichnet die Gesamtheit der Bakterien, welche unseren Darm besiedeln. Diese erfüllen eine Vielzahl sehr wichtiger Funktionen in unserem Körper. Human- und Tierstudien haben gezeigt, dass die Darmflora einen zentralen Faktor bei der Erhaltung unserer Gesundheit einnimmt. Damit unsere Darmflora stabil bleibt und die Darmbakterien nicht verhungern, sollten wir sie mit Ballaststoffen füttern. Ballaststoffe sind vorwiegend unverdauliche Nahrungsbestandteile. Sie haben verschiedene Funktionen und dienen, neben verschiedenen physikalischen Funktionen, unseren erwünschten Darmbakterien als Nahrung. Diese können die unverdaulichen Nahrungsbestandteile abbauen und für unseren Organismus nutzbar machen. So ist unsere Mikrobiota nicht nur für die Synthese wichtiger Vitaminen (vor allem Vitamin K und B) verantwortlich, sondern auch für die Bildung energiereicher kurzkettiger Fettsäuren [5,11].
Somit wird ersichtlich, warum eine ballaststoffreiche Ernährung (ca. 30 g/Tag) eine sehr positive Wirkung auf unsere Darmflora ausübt [5,7,14].

Insekten: Stärken nicht nur deine Darmflora

Grillen enthalten den Ballaststoff Chitin, welcher nach einer neuen Studie die Darmflora positiv beeinflusst. Der Verzehr von Grillen unterstützt demnach das Wachstum des gesundheitsfördernden probiotischen Bakteriums „Bifidobacterium animalis“. Zusätzlich deuten die Daten darauf hin, dass durch das Essen von Grillen die Darmgesundheit verbessert wird und systemische Entzündungen reduziert werden. Um die genauen Prozesse dahinter zu verstehen, bedarf es jedoch weiterer Forschung. Außerdem wurde festgestellt, dass die LDL-Cholesterinkonzentration im Serum von Ratten, durch die Aufnahme von Grillen, gesenkt wurde. Diese Erkenntnis könnte helfen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken, da hohe Serumlevel von LDL-Cholesterin mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden sind [9].
Auch wenn es hierzu noch weitere Studien geben muss, deuten die Daten darauf hin, dass durch den den Verzehr von Grillen nicht nur die Darmflora aufgebaut und die Darmgesundheit verbessert wird, sondern auch die Herzgesundheit gesteigert werden kann.


Der SWARM Protein Insektenriegel gibt dir alle essentiellen Aminosäure die du brauchst

JETZT PROBIEREN

Fazit:
Insekten schmecken nicht nur, sie haben auch ein gesundheitsförderliches Potenzial. Die hohe Proteinqualität sowie der hohe Ballaststoffanteil, insbesondere von Grillen, sind nicht nur für Sportler interessant, sondern sollten in jeder ausgewogenen Ernährung enthalten sein.
Wenn du Muskelmasse aufbauen willst, dann achte auf eine adäquate Proteinqualität in deiner Ernährung. Grillen sind hier eine ideale, nachhaltige und alternative Proteinquelle mit einer hohen Proteinqualität. Sie enthalten alle essentiellen Aminosäuren in ausreichender Menge. Auch der hohe Gehalt der essentiellen Aminosäure Methionin ist besonders im Sport von Vorteil. Denn Methionin ist für die Bildung von L-Carnitin unabdingbar. Dies ist ein wichtiger Transporter im Energiestoffwechsel der Muskelzellen.
Aber nicht nur für Sportler sind Insekten eine gesunde Alternative. Laut neusten Studien sind Grillen aufgrund ihres Chitingehalts eine super Ballaststoffquelle. Welche sich sowohl optimal auf die Darmflora auswirkt, als auch systemische Entzündungswerte und das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann.
Probiere es aus und überzeuge dich selbst.

Das wird dich auch noch interessieren:
Insekten - Nachhaltige Nahrungssicherung
Insekten - Hochwertiges Protein und wichtige Mikronährstoffe
Thailand - Der Schwarm im Land der Insekten


QUELLEN

[1] Aleksandrowicz, L., Green, R., Joy, E.J.M., Smith, P., , Haines, A. The Impacts of Dietary Change on Greenhouse Gas Emissions, Land Use, Water Use, and Health: A Systematic Review. PLoS One,11(11):e0165797, 2016.

[2] Bachl, N., Löllgen, H., Tschan, H., Wackerhage, H., Wessner B. Molekulare Sport und Leistungsphysiologie. Springer Verlag, Berlin. 1. Auflage, 2018.

[3] Biesalski, K., Pirlich, M., Bischoff, S.C., Weimann, A. Ernährungsmedizin: Nach dem Curriculum Ernährungsmedizin der Bundesärztekammer. Thieme Verlag, Stuttgart. 5. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, 2017.

[4] Billigmann, P., Siebrecht, S. Physiologie des L-Carnitins und seine Bedeutung für Sportler. Gesellschaft für Ernährungsforschung, Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover. 1. Auflage, 2004.

[5] Bischoff, S.C. Probiotika, Präbiotika und Synbiotika. Thieme Verlag, Stuttgart, 1. Auflage 2009.

[6] Ferrier, D.R. Lippincotts Illustrated Reviews. Biochemistry. Wolters Kluwer, Philadelphia. 7. Überarbeitete Version, 2017.

[7] Grenham, S., Clarke, G., Cryan, JF., Dinan, TG. Brain–gut–microbe communication in health and disease. Frontiers in Physiology 2, 94-109, 2011.

[8] Holló, G., Csapó, J., Szücs, E., Tözsér, J., Repa, I., Holló, I. Influence of breed, slaughter weight and gender on chemical composition of beef. Part 1. amino acid profile and biological value of proteins. Asian-Australasian journal of animal sciences 14(11):1555-1559, 2001.

[9] Inje, O.F., Olufunmilayo, A.H., Audu J.A., Ndaman, S.A., Chidi, E.E. Protein quality of four indigenous edible insect species in Nigeria. Food Science and Human Wellness, 7:175-183, 2018.

[10] Lamprecht, M., Holasek, S., Konrad, M., Seebauer, W., Hiller-Baumgartner, D. Lehrbuch der Sporternährung: Das wissenschaftlich fundierte Kompendium zur Ernährung im Sport. Clax Verlag, Graz, 1. Auflage 2017.

[11] Macfarlane, S., Macfarlane, GT. Regulation of short-chain fatty acid production. Proceedings of the Nutrition Society 62(1), 67-72, 2003.

[12] Rubin, L.L., canal, C.W., Ribeiro, A.L.M., Kessler, A., Silva, I., Trevizian, T., Viola, M., Raber, T.A. Goncalves, R., Kras, R. Effects of methionine and Arginine dietarylevels on the immunity of broiler chickens submitted to immunological stimuli. Brazilian Journal of Pultry Science, 9:241-247, 2007.

[13] Schek, A. Ernährungslehre kompakt. Umschau Zeitschriftenverlag, Sulzbach im Taunus, 5. Auflage 2013.

[14] Wallace, TC., Guarner, F., Madsen, K., Cabana, MD., Gibson, G., Hentges, E., Sanders, ME. Human gut microbiota and its relationship to health and disease. Nutrition Reviews 69(7), 392-403, 2011.

[15] World Economic Forum. White Paper. Meat: the Future series - Alternative Proteins. Schweiz, 2019.

[16] Zainal, S., Siti Roha, A.M., Noriham, A. Amino acid composition of droughtmaster beef at various beef cuts. Agricultural Sciences 4(5):61-64, 2013.